Impressionen und Gedanken zum rheinischen Brauchtum in der „Fünften Jahreszeit“

Veröffentlicht am 12. Januar 2016 von wwa

Karneval Burglahr 3045REGION – Impressionen und Gedanken zum rheinischen Brauchtum in der „Fünften Jahreszeit“ – Karneval Burglahr 3834Kaum steht der erst vor drei Wochen liebevoll geschmückte Tannenbaum abgenadelt und trostlos an der Mülltonne, ist zumindest an Rhein und Wied eine neue Stresswelle ausgebrochen. Was ziehe ich wo und wann beim Feiern rund um die fünfte Jahreszeit an.
Während bei Gardisten meist die Uniform reicht, ist es in Möhnenkreisen und bei deren Enkeln oft vielseitiger. Der Schwerdonnerstag und der Rosenmontag sind in greifbarer Nähe und die richtige Perücke oder das Kostüm passt nicht mehr. Wer eine Nähmaschine hat und diese auch bedienen kann, der ist plötzlich im Dauereinsatz. Der örtliche Stoffhandel verzeichnet Rekordumsätze und der Drogeriemarkt wird zum Mekka der Schminkkünstler auf Beutezug. Daheim wird’s von Woche zu Woche schlimmer und manche Waschmaschine läuft Sonderschichten um das schweißgetränkte Equipment der Tanzmäuse und Gardisten immer wieder weiß und frisch zu halten.

Es wäre eine Katastrophe wenn irgendwann mal die Organisation gestört und der Tomatensoßenfleck auf der Prinzenhose vom Kinderprinz entfernt oder die geplatzte Naht an der Gardistenuniform seines Vaters nicht beseitigt wurde. Stress pur für eine Mutter und Hausfrau. Wobei man an den nächsten Wochenenden sich eigentlich keine Gedanken ums Kochen machen muss. Die Auftritte und Veranstaltungen häufen sich und manche davon überschneiden sich sogar. Aber ein Ende ist schon abzusehen. Am Aschermittwoch ist alles vorbei und der ist zumindest in diesem Jahr schneller in Sicht als mancher Tollität lieb ist.

Bis dahin allerdings wird noch so einiges an Farbe in den Gesichtern verteilt und Geld für Ausrüstung ausgegeben, die am Ende wieder bis zum 11.11. in der Karnevalskiste auf dem Speicher verschwindet. Bis dahin allerdings wird in den betroffenen Haushalten noch vorrangig überlegt, ob man Rosenmontag mit Turnschuhen oder Moonboots zum Zooch muss. Es bleibt, wie immer in den letzten Jahren, spannend. (mabe) Fotos: Becker/Wachow