Westpfalzinitiative zur Unterstützung von Langzeitleistungsbeziehern

Veröffentlicht am 12. Februar 2016 von wwa

MAINZ – Westpfalzinitiative zur Unterstützung von Langzeitleistungsbeziehern wird fortgesetzt – Mit dem ursprünglich auf zwei Jahre angelegten Modellprojekt Westpfalzinitiative (WIN) beschreiten das Land Rheinland-Pfalz und die Bundesagentur für Arbeit zusammen mit den Jobcentern Pirmasens und Kaiserslautern seit Frühjahr 2014 neue Wege bei der Beratung und Eingliederung von Hartz IV Empfängern in das Erwerbsleben.

Nach zwei erfolgreichen Projektjahren haben Arbeitsministerin Sabine Bätzing-Lichtenthäler und Heidrun Schulz, Leiterin der Regionaldirektion Rheinland-Pfalz-Saarland der Bundesagentur für Arbeit, heute in Mainz gemeinsam mit den Geschäftsführungen der Jobcenter Kaiserslautern und Pirmasens, Günter Andes und Peter Schwarz, die bisherigen Ergebnisse der Initiative vorgestellt und die Verlängerung der Initiative um zwei weitere Jahre verkündet.

Die Westpfalzinitiative richtet sich an Hartz IV Empfänger und ihre Familien, die seit vielen Jahren Sozialleistungen beziehen und bisher mit den üblichen Arbeitsmarktmaß-nahmen der Jobcenter nicht in eine Erwerbstätigkeit vermittelt werden konnten.

Für die Durchführung des Projekts wurden die Jobcenter Kaiserslautern und Pirmasens gewählt, da diese Städte im Vergleich den höchsten Anteil an Langzeitleistungsbeziehern in Rheinland-Pfalz haben. Ziel ist es, die gesamten Lebensumstände der Betroffenen, wie zum Beispiel das soziale Umfeld, die Familie und die gesundheitliche Situation miteinzubeziehen. Um erfolgreich arbeiten zu können, haben die WIN Mitarbeiter/innen nur eine geringe Anzahl von Familien in der Betreuung. Trotz der teilweise schwierigen Problemlagen der Betroffenen konnte mit diesem innovativen Ansatz

in den ersten beiden Jahren der Projektlaufzeit die Beschäftigungsfähigkeit verbessert und rund 320 der teilnehmenden Erwachsenen in eine Ausbildung, Weiterbildung, Qualifizierung vermittelt werden oder ein konkreter Weg in den ersten Arbeitsmarkt aufgezeigt werden, zum Beispiel durch eine Arbeitsaufnahme in Form einer Vollzeitbeschäftigung, einer Ausbildung oder eines Minijobs.

„Mit dem Projekt wird ein familiendynamischer Prozess in Gang gesetzt, der auch positive Wirkungen auf den schulischen und beruflichen Werdegang der Kinder hat und damit zu einem Präventionsmodell für Kinder und Jugendliche zur Vermeidung von Langzeitarbeitslosigkeit wird. Die Ergebnisse zeigen, dass sich das Engagement aller Projektbeteiligten gelohnt hat. Wir freuen uns daher, dass wir unsere gemeinsame Initiative für Langzeitleistungsbezieher und ihre Familien um zwei Jahre verlängern können“, resümierte Arbeitsministerin Bätzing-Lichtenthäler. Sie verwies darauf, dass die Bekämpfung von Langzeitleistungsbezug ein Schwerpunkt der Arbeitsmarktpolitik des Landes Rheinland-Pfalz sei. Das Projekt Westpfalzinitiative wurde bisher mit Landesmitteln in Höhe von rund 450.000 Euro gefördert.

Heidrun Schulz, Leiterin der Regionaldirektion, ergänzte: „Das erfolgreiche Projekt ist der erneute Nachweis darüber, dass Langzeitarbeitslose mit sozialen und beruflichen Integrationsproblemen, durch gezielte Hilfe und Unterstützung, die Chance auf Teilhabe am ersten Arbeitsmarkt haben. Die Betreuung der Einzelnen in ihrem familiären Kontext ist ein Erfolgsfaktor für unsere Kolleginnen und Kollegen im Projekt. Das Ergebnis zeigt, dass es sich lohnt, die begonnene Initiative zu verlängern und die erfolgreiche Arbeit fortzuführen.“

Günter Andes, Geschäftsführer des Jobcenters Kaiserslautern betonte: „Unsere Erfahrrungen bei der Betreuung von Langzeitleistungsbeziehern zeigen, dass eine Förderung nur dann die optimale Wirkung entfaltet, wenn diese entsprechend motiviert sind und mitwirken. WIN geht hier bewusst neue Wege, indem es das soziale Umfeld des Arbeit-suchenden aktiviert, wobei die Freiwilligkeit der entscheidende Erfolgsfaktor ist.“ Das Projekt erfolgt auf freiwilliger Basis und schließt beispielsweise Sanktionen aus.

In Kaiserslautern und Pirmasens nehmen laut Peter Schwarz, Geschäftsführer des Jobcenters Pirmasens, bislang 372 Erwachsene und 416 Kinder in 217 Familien am Projekt teil. Dies belege eine hohe Akzeptanz bei den angesprochenen Familien und zeige, dass das Projekt der richtige Weg sei, Zugang zu den Familien in schwierigen Lebenssituationen zu finden. Durch die in der Westpfalzinitiative geleistete Beratung und auf-suchende Sozialarbeit gelinge es, Leistungen der Arbeitsförderung, kommunale Eingliederungsleistungen und Angebote der Netzwerkpartner vor Ort familienbezogen und zielgerichtet zusammen zu führen, so Schwarz