Klimafreundlich, bezahlbar und voller Zukunftschancen

Veröffentlicht am 19. Februar 2016 von wwa

Politik Ministerin HöfkenMAINZ – Klimafreundlich, bezahlbar und voller Zukunftschancen für die Energiewende – Umweltministerin Ulrike Höfken eröffnet Energieagentur-Fachveranstaltung zu kommunalen Kläranlagen – Kläranlagen benötigen rund ein Fünftel des gesamten Stromverbrauchs der öffentlichen Gebäude und Anlagen in Kommunen. Grund genug für Kommunen, bei der Planung, Sanierung oder Nachrüstung ihrer Abwasserreinigungsanlagen bei gesicherter Reinigungsleistung den Energieverbrauch der Anlagen zu optimieren.

Die rund 70 Besucher der ausgebuchten Fachveranstaltung „Von Klärschlammvergärung bis Regelenergie – Zukunftsperspektiven für kommunale Abwasserreinigungsanlagen“, zu der die Energieagentur Rheinland-Pfalz nach Mainz eingeladen hatte, konnten sich am Donnerstag darüber austauschen, dass diese Anlagen noch viel mehr bieten als Energieeinsparpotenziale: Das Energiepotenzial des Abwassers bzw. des Klärschlamms lässt sich nutzen. Viele Anlagen können zur Eigenstromerzeugung genutzt werden und Systemdienstleistungen für den Strommarkt erbringen. Kurz: In den Anlagen stecken vielfältige Effizienzpotenziale und Möglichkeiten, erneuerbare Energien zu erzeugen und zu nutzen, und letztlich die Kosten für die Kommunen und damit für die Bürger/innen in einem vertretbaren Rahmen zu halten.

Über die Vielfalt der Chancen für die Abwasserwirtschaft sprach Ulrike Höfken, Ministerin für Umwelt, Landwirtschaft, Ernährung, Weinbau und Forsten Rheinland-Pfalz: „Rheinland-Pfalz nimmt bei der Verbesserung der Energieeffizienz von Kläranlagen eine bundesweite Vorreiterrolle ein. Wir verknüpfen den Gewässerschutz mit dem Klimaschutz und stellen unsere Wasserwirtschaft für die Zukunft auf“, sagte Höfken. In den vergangenen zehn Jahren konnte der jährliche Energieverbrauch der Kläranlagen im Land bereits um 25 Prozent reduziert werden. Zudem werde in Rheinland-Pfalz derzeit so viel Biogas auf Kläranlagen produziert wie noch nie. Die daraus erzeugte Strommenge würde ausreichen, um 15.000 Haushalte zu versorgen. „Das Land unterstützt die Kommunen bei der Steigerung der Energieeffizienz ihrer Kläranlagen auch, um die Gebühren gerade im ländlichen Raum bezahlbar und stabil zu halten“, so Höfken. Leuchttürme für diesen Prozess seien die energieneutralen Großkläranlagen in Trier und Kaiserslautern genauso wie die Pilotprojekte zur Klärschlammverwertung in Linz-Unkel und in Grünstadt.

Energieagentur-Geschäftsführer Thomas Pensel betonte, dass das Thema Abwasserreinigungsanlagen exemplarisch für viele weitere stehe, in denen noch nutzbares Potenzial für die Erreichung der Energiewende- und Klimaziele stecke: „Wenn wir unsere natürlichen Lebensgrundlagen erhalten und das Klima schützen wollen, müssen wir entschieden handeln. Die Zeit drängt, wie der Pariser Klimagipfel Ende 2015 gezeigt hat. Die Abwasserreinigungsanlagen sind ein konkreter Ansatzpunkt für Kommunen in Rheinland-Pfalz, einen Beitrag zur Energiewende und zum Klimaschutz zu leisten. Dass sich dabei beispielsweise durch die Eigenstromerzeugung Einnahmequellen auftun und sie Regelenergie für den Strommarkt bereitstellen können, zeigt, dass Energiewende, Klimaschutz und die Zukunftsfähigkeit der Kommunen unauflösbar miteinander verbunden sind.“ Foto: Uwe Völkner/Energieagentur RLP

 

Foto: (v.l.): Gerd Herrmann (Kläranlagen Trier), Anja Folz (Energieagentur Rheinland-Pfalz), Thomas Jung (MULEWF), Thomas Pensel (Energieagentur Rheinland-Pfalz), Umweltministerin Ulrike Höfken, Herbert Hochgürtel (Wirtschaftsbetrieb Mainz), Werner Theis (MULEWF).