Hochschule Koblenz und Hochschule Bonn-Rhein-Sieg stellen Ergebnisse des dritten IT-Radars vor

Veröffentlicht am 29. Februar 2016 von wwa

KOBLENZ/ST.AUGUSTIN – IT-Trends langfristig erkennen – Hochschule Koblenz und Hochschule Bonn-Rhein-Sieg stellen Ergebnisse des dritten IT-Radars vor – Die Hochschulen Koblenz und Bonn-Rhein-Sieg haben zum dritten Mal das „IT-Radar für Business Process Management (BPM) und Enterprise Resource Planning (ERP)“ erstellt. Dazu wurden auf der Grundlage von Online-Umfragen unter Führungs- und Fachkräften in Praxis und Wissenschaft aktuelle und zukünftige IT-Trends identifiziert. Die Ergebnisse fließen in eine Langzeitstudie ein, die die Entwicklungen im IT-Bereich nachhaltig erfasst. Beim aktuellen Erhebungszyklus (2015/2016) haben weit über 100 Teilnehmer/innen mit Fachexpertise mitgewirkt. Über die Hälfte stammten aus Anwenderunternehmen, rund ein Drittel waren IT-Anbieter. Außerdem stellten die Hochschulvertreter/innen etwa ein Sechstel der Teilnehmer. Der Abschlussbericht ist kostenfrei verfügbar unter http://IT-radar.info.

Als wichtigste aktuelle Einflussfaktoren dominieren IT-Sicherheit und Klassiker wie „Compliance“, „Prozessintegration“ und „Governance“. Vielfach diskutierte Trends wie „Big Data“ und „Industrie 4.0“ sind bei den aktuellen Themen nicht unter den Top 10. Hier zeigt sich eine Lücke zwischen der Diskussion dieser Zukunftsthemen und der aktuellen Bedeutung im Tagesgeschäft, wie Prof. Dr. Ayelt Komus vom Fachbereich Wirtschaftswissenschaften der Hochschule Koblenz feststellt: „Auch das dritte IT-Radar für BPM und ERP zeigt einen ausgeprägten Unterschied zwischen den in Medien und Forschung diskutierten Themen wie „Digitalisierung“ und „agile Methoden“ und deren aktuelle Bedeutung. Wieder ergibt sich ein Bild, in dem IT-Praktiker mit dem Tagesgeschäft und der Sicherung des Status-quo so beschäftigt sind, dass die Zukunftsthemen hintenanstehen müssen. Dies ist zwar verständlich, birgt aber die Gefahr, dass sich die Kluft zwischen Top Management und IT-Leitern eher ausweitet.“ Angesichts der Chancen die Themen wie „Digitalisierung“ für IT-Manager böten, sei dies „ein Weckruf, die Potenziale neuer Themen nicht aus dem Tagesgeschäft heraus zu vernachlässigen.“

Zukunftsthemen spielen aber naturgemäß bei der Einschätzung der zukünftigen Bedeutung eine wichtigere Rolle. Hier dominieren zwar auch die Themen „IT-Sicherheit“ und „Compliance“, gleichzeitig sind aber mit den Themen „Digitalisierung“, „Mobile“, „Agile Methoden“, „Business Intelliegence“, „Big Data“ und „Industrie 4.0“ eine Vielzahl von Zukunftsthemen unter den Top 12. Das Thema Digitalisierung ist auf Platz 5 positioniert. Die Trends „Big Data“ und „Industrie 4.0“ verzeichnen den größten Zuwachs an Bedeutung. „Die digitale Zukunft muss gestaltet werden. Der Chief Information Officer bzw. Chief Process Officer kann hier eine federführende Rolle einnehmen. Dies erfordert aber deutlich mehr Aktivitäten im Hinblick auf die geschäftsorientierte Einführung und Umsetzung neuer Ideen und Konzepte“, betont Prof. Dr. Andreas Gadatsch von der Hochschule Bonn-Rhein-Sieg, „andernfalls werden die innovativen Themen („Fast IT“) von anderen Beteiligten (Fachabteilung) oder sogar neuen Rollen wie dem Chief Digital Officer besetzt.“

Der IT-Radar ging im April 2012 an den Start und hat die bisherigen Erwartungen erfüllt, wie Gadatsch erklärt: „Es hat sich inzwischen gezeigt, dass wir mit dem IT-Radar aus dem Praxisforum heraus ein einfaches, aber relevantes Tool geschaffen haben, um in der schnellen Welt von Prozess- und IT-Management einen erste Orientierung zu finden.“ Das kann Komus bestätigen: „Dem Gedanken des Praxisforums BPM & ERP folgend, erlaubt das IT-Radar eine gute erste Orientierung für Wissenschaft und Praxis. Mit den Jahren gewinnen wir mehr und mehr Überblick, wie aktuelle Themen kommen, aber auch wieder vom Radar verschwinden.“